Die Wallmauern der Festung Rosenberg, Kronach, im Brennpunkt wissenschaftlicher Neugier.

Tagungsband zur Tagung am 18./19. Juni 2004 der Hochschule Neubrandenburg und der Stadt Kronach
Verein „1000 Jahre Kronach“ e.V.

Lange hat es gedauert, nun liegt sie endlich vor: die Tagungsdokumentation einer im Juni 2004 durchgeführten Fachtagung zur Festung Rosenberg in Kronach. Ziel der Tagung war die Vorstellung neuer Forschungsergebnisse zu den Wallmauern der Festung Rosenberg, die seit Jahren mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft wissenschaftlich untersucht werden.

Die Dokumentation beinhaltet folgende Beiträge: Hermann Wich: Wer baute die Wallmauern, wann und warum? Dr. Robert Pick: Die Festung Rosenberg in Kronach als Aufgabe der Denkmalpflege, Prof. Dr. Philip S.C. Caston: Die Konstruktion der Wallmauern - Stand der Forschung, Dipl.-Ing. Ursula Huber: Forschung an den Wallmauern: Aspekte des Festungsbaus im späten 17. Jahrhundert, Dipl.-Ing. Jürgen Oehm: Probleme und Lösungen der Instandhaltung der Wallmauern, Ing.-Tech. André Bruns: Die unterirdischen Schlitze der Festung Rosenberg - ein Erklärungsversuch, Dipl.-Ing. Karsten Grobe: Die Schadensgeschichte der Bastion Philipp auf dem Erfurter Petersberg, Ing.-Tech. André Bruns: Die Minen der Festung Luxemburg, Dipl.-Ing. (FH) Sven Thole: Bestandsaufnahme und Sanierungskonzept der Festung Rothenberg/Schnaittach und Udo Hopf: Das Defensionssystem in den Eskarpenmauern von Schloss Friedenstein zu Gotha.

Wer an der Tagung teilgenommen hat, wird sich an die teilweise heftigen Diskussionen erinnern, die um die unterirdischen Schlitze geführt wurden, aber auch an eindrucksvolle Bilder wie diejenigen des Baudirektors Oehm, der sehr eindrucksvoll darlegte, wozu Efeu in der Lage ist, wenn er in Fugen eindringt und beginnt, das komplette Konstruktionsgefüge einer Festung auseinander zu nehmen. Die Abbildung 8 auf Seite 61 der Dokumentation hätte deshalb viel größer und in Farbe abgebildet werden müssen!

Die Tagung bewies wieder einmal mehr, dass es nicht damit getan ist, ökologisch ein bisschen an Mauern herumzukratzen, um dann laut postulierend irgendwelche unsinnige Forderungen - nach Möglichkeit noch auf politischer Ebene - einzuklagen: denn dann ist das Denkmal unwiderruflich verloren. Vielmehr ist Teamarbeit angesagt: ein Ineinandergreifen verschiedener Disziplinen, das bereits bei der Bauforschung beginnt und noch lange nicht beim Herausreißen von Efeuwurzeln endet. Dass das nicht billig ist, beklagt zu Recht der Bürgermeister bereits im Vorwort: „ … die Stadt Kronach ist mit der Erhaltung des gewaltigen Denkmals von nationalem Rang dauerhaft überfordert. …“ Zum Trost: sei gesagt, dass er nicht alleine da steht und dieses Schicksal mit vielen seiner Kollegen in ehemaligen deutschen und europäischen Festungsstädten teilt. Insofern zeigt der Tagungsband Möglichkeiten auf, wie Lösungen angegangen werden können, um auf Dauer zufrieden stellende und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

HRN

Kronach 2007
Broschur DIN-A-4, 128 Seiten Kunstdruck, durchgehend sw illustriert
ISSN 0941-1054
10,00 €

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